Kaffee. Nicht die Bohne langweilig.

Die Entdeckung und Verbreitung des Kaffees über die ganze Welt ist eine Geschichte, wie sie spannender nicht sein könnte:

Eine symphatische Legende erzählt von Ziegenhirten in den Bergen des Jemen, die sich wunderten, dass ihre Herde noch mitten in der Nacht fröhlich meckernd umhersprang und ihre Hüter um den Schlaf brachte. Alsbald entdeckten sie den Grund:               Die Ziegen knabberten an den roten Früchten eines unbekannten Strauches. Die Hirten brachten Blätter und Früchte zu den Mönchen ins Kloster, doch auch sie kannten die Pflanze nicht, versuchten sich jedoch aus den Kernen der Frucht einen Tee zu kochen. Sie kosteten den Sud und kamen als erstes in den Genuss des munter machenden Getränks.

Die Urheimat des Kaffeestrauchs liegt jedoch im Hochland von Äthiopien, in den Wäldern des Königreichs Kaffa.                          Dort wurden die Kirschen und Kerne der wild wachsenden Kaffeebäume zuerst von Nomadenstämmen gekaut.                             Sie schätzten die müdigkeitshemmende, leicht euphorisierende Wirkung, rösteten die Bohnen vermutlich aber noch nicht.

Noch heute wachsen in den Regenwäldern Äthiopiens viele verschiedene Ursorten Wildkaffee.

Jemenitische Händler, die um die vitalisierende Wirkung der Kaffeekirschen wußten, nahmen wahrscheinlich im 12. oder 13. Jahrhundert einige Kaffeepflanzen aus dem abessinischen Hochland mit auf die arabische Halbinsel, um sie dort zu kultivieren und zu verkaufen. Ihr Erfolg war phänomenal, daher hielten die Jemeniten das Monopol auf Kaffee so lange wie möglich – angeblich Jahrhunderte. Auf dunklen Wegen sind dann doch einige Pflanzen außer Landes nach Indien geschmuggelt worden – der Grundstein für weltweiten Anbau.

In ganzen Orient sowie im großen osmanischen Reich, das bis vor die Tore Wiens reichte, erfreute sich „Kahwa“ seit dem 15./16. Jahrhundert großer Beliebtheit bei den Sultanen, Scheichs und Geistlichen des Islam. Über die Handelsschifffahrt im Mittelmeerraum, speziell über Venedig, kam der Kaffee nach Europa.

Vor rund 300 Jahren begann der Kaffee seinen Siegeszug durch die Städte Europas. Es entstanden die ersten öffentlichen Kaffeehäuser. Diese fanden reichlich Zulauf durch Geschäfts- und Handwerksleute, Gelehrte und Künstler. So entwickelten sich die Kaffeehäuser schnell zu beliebten Informations- und Kommunikationszentren.

Nach Deutschland kam das beliebte Handelsgut Ende des 17. Jahrhundert, sehr schnell besteuerte Friedrich der Große den Kaffeegenuss mit der heute noch bestehenden Kaffeesteuer (€ 2,19/kg). Zum Alltagsgetränk der Deutschen wurde der Kaffee erst viel später.  Deutsche Kaffeehäuser dienten der Kaufmannszunft als beliebte Versammlungsorte, waren aber meist Männern vorbehalten. Die Frauen gründeten später das biedermeierliche Kaffeekränzchen.

Wer mehr wissen möchte, dem können wir das Buch „Kaffee das magische Elixier“ von Thomas Leeb empfehlen.

Er gibt auf unterhaltsame Weise Einblick in die komplexe, vielseitige und spannende Welt des Kaffees.